Berufliche Veränderung

Berufliche veränderung

Den Job bekommen, den man will

Zunächst die Theorie und anschließend die Praxis mit ,,Butterfly Effect".

 

,,Nichts von dem, was ich mache, ist wirklich wichtig. Ich fühle mich innerlich leer. Irgendwie fehlt was. Ich kann es mir jetzt absolut nicht leisten, meinen Job zu verlieren."

 

Den Job zu bekommen, den man haben will, ist ein äußerst anstrengendes Projekt. Es setzt voraus, dass man seinen Einfluss auf andere Menschen effektiv weiterentwickelt und ausdehnt.

Lassen Sie uns das einmal durchspielen.

 

Der persönliche Einfluss gründet sich auf vier Aspekte:

  • Vision,
  • Disziplin,
  • Leidenschaft und
  • Gewissen.

Alle vier Aspekte sind sehr wichtig!

 

Wenn Sie auch nur einen vernachlässigen, wird es wesentlich schwieriger für Sie, Ihren Job zu bekommen. Falls es Ihnen doch gelingt, werden Sie es wahrscheinlich nicht schaffen, all Ihren Aufgaben richtig nachzukommen und das zu leisten, was der neue Job von Ihnen abverlangt.

 

Gehen wir mal davon aus, dass die Lage auf dem Arbeitsmarkt sehr schlecht ist. Fast alle Unternehmen bauen Stellen ab. Das gilt vor allem in der Branche und der Stadt, in der Sie gerade arbeiten und leben.

 

Wie bekommen Sie trotzdem genau den Job, den Sie sich jetzt wünschen?

Ihr Weg zum Vorstellungsgespräch

Eine Vision entwickeln zu können, bedeutet zu wissen, wie dieser Job genau aussehen soll.

 

Nutzen Sie Ihre Disziplin, um das herauszufinden und

  • mehr über das Unternehmen zu erfahren, von dem Sie eingestellt werden wollen und
  • um die einzigartigen Anforderungen des Jobs und den Markt genau kennenzulernen.

Sie müssen herausfinden, welche Wettbewerber, welche Bedürfnisse der Kunden und welche Merkmale und Trends in dieser Branche herrschen. Sie müssen herausfinden, worauf es wirklich ankommt.

 

Kurz: Bezahlen Sie den Preis, die Herausforderungen und Probleme des Unternehmens zu verstehen, bei dem Sie demnächst arbeiten wollen.

 

Jetzt geht es um Sie:

Sie müssen herausfinden, wo Ihre Leidenschaft liegt. Passt dieser Job zu Ihren Talenten, zu Ihren Gaben, zu Ihren Interessen, zu Ihren Kompetenzen und Fähigkeiten?

 

Wenn das so ist - sagt Ihr Gewissen Ihnen, dass der Job es Wert ist, sich darauf einzulassen? Können Sie sich vorstellen, dass Sie in Zukunft wirklich so arbeiten wollen?

 

Erst nachdem Sie das alles gemacht haben, sind Sie so weit, dass Sie zum Vorstellungsgespräch gehen können. Ein zentraler Erfolgsfaktor ist: Sie sind kein weiteres Problem für das Unternehmen. Nein, Sie sollten eine Lösung für die Probleme sein, mit denen das Unternehmen beschäftigt ist.

 

Beweisen Sie im Vorstellungsgespräch, dass Sie die größten und bedeutendsten Probleme des Unternehmens genauer kennen als der Großteil der Leute, die dort bereits arbeiten.

 

Zeigen Sie soviel Leidenschaft dafür, besser auf die Unternehmensproblematik einzugehen als die meisten anderen Mitarbeiter. Wenn es nötig ist, schlagen Sie eine - eventuell sogar unbezahlte - Probezeit vor. Überzeugen Sie die Entscheider.

Zeigen Sie ihnen, dass Sie eine bessere Lösung für ihre Probleme sind als jeder andere, mit dem sie bisher ein Vorstellungsgespräch geführt haben, und als viele, die schon in Ihrem Unternehmen beschäftigt sind.

Warum?

Ganz einfach, weil Sie eine Führungspersönlichkeit sind. Sie übernehmen selbst die Initiative und sorgen dafür, dass Dinge geschehen, die gut für das Unternehmen sind.

 

Sie warten nicht darauf, dass man Ihnen sagt, was Sie tun sollen. Sie reagieren nicht nur.

 

Sie handeln. Sie sind dabei nicht unklug. Sie sind sehr aufmerksam, sehr einfühlsam und respektvoll.

Außerdem sollten Sie sich bei der Jobsuche an Prinzipien halten.

 

Es gibt keine Übertreibung um des äußeren Anscheins willen, keine Täuschungen, keine Manipulationen, keine Lügen, keinen Betrug, keine Doppelzüngigkeit.

 

Und Sie machen andere nicht schlecht.

 

Sie konzentrieren sich ganz auf die Bedürfnisse des Unternehmens, auf seine Belange und Probleme. Zudem haben Sie die Bedürfnisse, die Belange und Probleme der Kunden fest im Blick. Das ist die Sprache, die Sie sprechen.

Berufliche Veränderung in der Corona-Krise
Berufliche Veränderung - Neue Karriere

Fazit

Wer so vorgeht, wird die Aufmerksamkeit der Entscheider wecken. In den meisten Fällen wird er durch seine intensive Vorbereitung, seine Disziplin und seine Bereitschaft, den Preis zu zahlen und Opfer zu bringen, von sich überzeugen.


,,Lässt sich das auch praktisch umsetzen?"

Beispiel: Butterfly-effekt & automobil-industrie

Dieses Beispiel zeigt zweimal denselben Ablauf, jedes Mal mit Detail-Unterschieden, die die Handlungen zu einem völlig anderen Ausgang führen (,,Butterfly Effect").

 

Es beginnt mit dem Status Quo:

Status Quo

Butterfly Effect und Berufliche Veränderung
Berufliche Veränderung - Automobilindustrie - Status Quo

Die Handlung spielt in NRW und beginnt mit Bernd, der als Dipl. Ing. bei einem bekannten Automobilkonzern arbeitet.

Seit 10 Jahren in der Forschung und Entwicklung hat Bernd dank seiner Berufserfahrung und seines Know-hows ein beachtliches Jahreseinkommen erzielt.

Trotzdem glaubt er, dass er zwar finanziell sehr gut aufgestellt ist, aber ihm irgendetwas fehlt. In der letzten Zeit kommen immer mehr innovative Konzepte und Themen wie Elektromobilität und Nachhaltigkeitsbestrebungen bei ihm auf den Tisch. Neben diesen Punkten kommt jetzt auch noch eine Absatzkrise in den wichtigsten Märkten hinzu - eine globale Krise.

 

Was soll er tun?

 

Das aussitzen oder jetzt handeln?

Erster Lauf

Butterfly Effect und Berufliche Veränderung - Reinsurance
Berufliche-Veränderung - Automobilindustrie - Perspektive 2021

Bernd unterhält sich in der Mittagspause mit seinen Arbeitskollegen in der Kantine und ist geschockt!

 

Hannes, Dr. Ing. und das Urgestein aus seiner Abteilung, verlässt in 6 Monaten das Unternehmen.

 

,,Hannes, wo geht es hin?", fragt Bernd total neugierig - er kann sich nicht bremsen.

 

Hannes: ,,Ich gehe in die USA und erfülle mir endlich meinen Traum."

 

Bernd ist fassungslos.

 

 

Er möchte von Hannes alle Details wissen, aber da kommt der F&E-Leiter an den Mittagstisch mit einem Nachtisch in der Hand - das Gespräch wird jäh gestoppt.

 

,,Hannes, lass uns mal telefonieren heute Abend," sagt Bernd leise zu Hannes und geht nach dem Nachtisch wieder zurück an seinen Arbeitsplatz.

 

Abends beim Telefonat:

,,Hannes, ich bin geschockt, Du verlässt freiwillig die Firma nach 15 Jahren und gehst nach 'Amiland', was machst Du denn da?", Bernd steht neben sich.

 

Hannes antwortet relaxt: ,,Wenn Du mir versprichst, es nicht weiter zu erzählen - ich fange bei einer US-amerikanischen Industrieversicherung an, eigentlich einem Globalen Rückversicherer, der neue Mobilitätskonzepte in sein Portfolio aufnehmen will."

 

Bernd ist total fasziniert - er hat noch nie darüber nachgedacht, dass es einen Exit geben könnte. Er vertieft das Gespräch mit Hannes noch für eine halbe Stunde und beide beschließen, dem Rest der Abteilung nichts davon zu sagen.

Nach ein paar Tagen ist Bernd wieder in seinem alten Trott und beneidet Hannes Mut heimlich.

 

Die Stelle von Hannes wird nicht neu besetzt.

Zweiter Lauf

Butterfly Effect - Freelancer
Berufliche Veränderung - Automobilindustrie - Perspektive 2021

Der Ablauf springt wieder zum Anfang des ersten Laufs: Bernd unterhält sich in der Mittagspause mit seinen Arbeitskollegen in der Kantine und ist geschockt!

Hannes, Dr. Ing. und das Urgestein aus seiner Abteilung, verlässt in 6 Monaten das Unternehmen.

,,Hannes, wo geht es hin?", fragt Bernd total neugierig - er kann sich nicht bremsen.

Hannes: ,,Ich mache mich selbstständig und erfülle mir endlich meinen Traum."

Bernd: ,,Wie selbstständig - was willst Du denn wem verkaufen?"

 

Hannes: ,,Mobilitätskonzepte & Consulting."

 

 

Bernd: ,,Wer sind denn die Zielgruppen, hast Du schon einen Kunden?"

 

,,Den Namen der Beratungsfirma möchte ich nicht verraten, aber als Kunden haben wir zwei große Städte, eine in Deutschland und die andere in den Niederlanden," sagt Hannes vorsichtig.

 

Bernd: ,,Wie, ich denke Du bist dann selbstständig?"

 

,,Ja bin ich, ich arbeite als Freelancer für die Unternehmensberatung und die hat Verträge mit den beiden Städten," sagt Hannes.

 

Bernd: ,,Hm, interessant."

 

,,Sag mal Bernd, könntest Du Dir das nicht auch für Dich vorstellen, ich arbeite dann zu 70% remote von zuhause in Köln?"


,,Lässt sich das auch praktisch umsetzen?"